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Garten
Rasen fit machen: So gelingt das Vertikutieren

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Im Bild: Verena Hartlieb, Norbert Oberhauser, Martin Ferdiny.
Gerade nach dem Winter und mit Frühjahrsbeginn braucht der Rasen und die Wiese im Garten wieder ein wenig Liebe. Das Stichwort heißt vertikutieren, einsanden, düngen und nachsäen.
Gärtner Reinhard Kittenberger erklärt Schritt für Schritt, wie man das angeht:

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"Studio 2"-Reporter Jan Matejcek im Gespräch mit Reinhard Kittenberger
„Studio 2“-Reporter Jan Matejcek im Gespräch mit Reinhard Kittenberger
Der richtige Zeitpunkt dafür ist Ende April, Anfang Mai. Zuerst den Rasen natürlich einmal ganz kurz mähen, damit wir so viel wie möglich an der Biomasse weg haben. Dann kräftig kreuzweise vertikutieren.
Das kann wohl mit einer Maschine passieren, ist natürlich am besten, aber natürlich auch mit der Handkraft ist es bei kleineren Flächen möglich. Und dann wieder gut vorbereiten, mit Sand einbringen, mit Dünger einbringen und auch gleichzeitig ein bisschen Rasen nachsehen.
1. Schritt: Rasenmähen
Diesen soll man vor dem Vertikutieren recht niedrig mähen. Das Gras sollte nicht höher als zwei bis drei Zentimeter sein, damit eben diese Biomasse abfällt und schon abgesammelt wird. Denn sonst habe ich das noch zusätzlich beim Vertikutieren.
2. Schritt: Vertikutieren
Vertikutierer haben frei bewegliche Eisenmesser drauf und die müssen jetzt so eingestellt werden, dass sie maximal zwei bis drei Millimeter in den Boden hinein arbeiten. Millimeter? Ja - Millimeter, denn dann wird nämlich der alte Rasenschnitt des Vorjahres komplett herausgenommen und die Oberfläche wird aufgeschnitten. Es darf nicht tiefer sein, weil sonst wieder die Wurzel kaputt gemacht werden beim Rasen, aber ein bisschen angekratzt ist es ganz gut, damit der Rasen dort beginnt.

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Der Vertikutierer schneidet die Rasenoberfläche auf.
Der Vertikutierer schneidet die Rasenoberfläche auf.
Der Vertikutierer holt auch das Moos und so weiter raus. Alle Dinge, die nicht in den Rasen hineingehören, die hier oberflächig wachsen, werden hier abgesammelt, werden hier abgehackt sozusagen, wird entweder liegen gelassen zum Abbrechen oder gleichzeitig auch in einen Auffangbehälter gefördert und somit von der Fläche weggenommen, damit das alles weg ist.

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"Studio 2"-Reporter Jan Matejcek legt selbst Hand an.
„Studio 2“-Reporter Jan Matejcek legt selbst Hand an.
Wenn man keinen Vertikutierer hat, kann man natürlich auch mit einem normalen Eisenrechen arbeiten, allerdings eignet sich das eher für kleiner Flächen, sonst wird es harte Muskelarbeit. Wenn man kleine Flächen oder Ecken, wo man mit dem Vertikutierer nicht hinkommt, mit einem ganz harten Eisenrechendann tiefgründig das Gras auflockert, macht das Gleiche, was der Vertikutierer macht.
3. Schritt: Boden verbessern
Jetzt kann man den Boden dementsprechend verbessern. Da muss man ein bisschen analysieren - was habe ich denn im Boden? Habe ich einen sandigen Boden, einen lehmigen Boden? Je lehmiger der Boden ist, umso eher ist Sand notwendig. Aber mit einem guten Quarzsand und einer Rasennachdüngung und einem Rasensaatgut bringe ich jetzt wirklich ein gutes Basismaterial zusammen, damit der Rasen wieder wachsen kann.

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Reinhard Kittenberger zeigt, welche Körnung beim Quarzsand für den Rasen optimal ist.
Quarzsand gibt es überall im Baumarkt, diesen ganz feinen mit 0 bis 1 mm. Maximal 2 mm ist schon das gröbste. Es sollte auf jeden Fall Quarzsand oder ähnliches sein, kein Kalksand, der würde nicht gut für das Wachstum der Wurzel sein, sondern kalkfreier Sand, den wir hier auf den Rasen aufbringen. Dieser feine Sand geht in die Rillen, die wir beim Vertikutieren gemacht haben, das sind sozusagen Drainagen. Wenn dann Wasser kommt durch die Bewässerung, wird alles aufgenommen und vor allem Moose haben dadurch viel weniger Möglichkeit zu wachsen.
4. Schritt: Düngen
Reinhard Kittenberger: „Ich würde nur mehr organische Dünger oder biologische Dünger im Garten verwenden. Wir bewegen uns ja darauf im Sommer auch barfuß. Also da hat der Kunstdünger eigentlich keine Funktion mehr im Rasen. Da gibt es sehr viele, vor allem gröbere Elemente. Wenn wir grobkörnige Elemente aufbringen, dann sind hier Tonminerale dabei und vor allem auch vielleicht Langzeitdünger, die auch im Sommer schon wirken. Je feiner dieser organische Rasendünger ist, umso schneller wirkt er.“

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Reinhard Kittenberger erklärt, warum er biologischen/ organischen Dünger bevorzugt.
Auch Hornmehl ist dabei, das vielleicht in den ersten ein, zwei Tagen ein bisschen zu riechen beginnt. Das macht aber nichts, es ist Natur, wird sich sofort in den Boden hineinwaschen und der Geruch ist bald weg. Aber er hat einen hohen Stickstoffanteil und die Pflanzen können sofort zum Wachsen anfangen.
5. Schritt: Regelmäßige Bewässerung
Der Rasen, der braucht jetzt regelmäßig Bewässerung, nicht nur einmal eine starke Bewässerung, sondern täglich zwei bis dreimal kurz. Denn der Rasensamen, wenn der feucht wird, beginnt er zu quillen. Die Keimwurzel kommt darauf und da ist in den nächsten sechs bis zehn Tagen jetzt die empfindliche Zeit. Wenn hier der Rasensamen jetzt vertrocknet, dann ist der Samen kaputt.
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verfügbar bis 27.5.2026
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