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ORF extra/ Heidi Simbürger

Gewinner-Nachbericht

Am Wiener Zentralfriedhof berühmte Gräber entdecken

Ob Beethoven oder Schubert, ob Falco oder Udo Jürgens – wer über den Wiener Zentralfriedhof spaziert, wird so einige berühmte Namen entdecken. Mit seinen rund 145 Jahren hat der Wiener Zentralfriedhof nicht nur geschichtlich viel zu bieten, auch architektonisch und in Bezug auf Flora und Fauna gibt es einiges zu entdecken.
Der Wiener Zentralfriedhof zählt mit seiner Fläche von fast zweieinhalb Quadratkilometern, seinen 330.000 Grabstellen und rund drei Millionen Verstorbenen, zu den größten Friedhofsanlagen Europas. Er wurde im Jahr 1874 eröffnet.
Die Kultur einer Stadt dokumentiert sich nicht zuletzt in ihren Friedhöfen. Die mittlerweile rund 950 Ehrengräber auf dem Wiener Zentralfriedhof sind ein Stück der Kulturgeschichte Wiens und die höchste Auszeichnung, die die Stadt Wien über den Tod hinaus zu vergeben hat. Die hier bestatteten Persönlichkeiten, ob Musiker, Dichter, Wissenschaftler, Architekten, Maler, Erfinder, Schauspieler, Politiker oder Sportler, bilden einen interessanten Querschnitt durch das gesellschaftliche Leben Wiens bis in die jüngste Vergangenheit.
Unsere Gewinner hatten die Gelegenheit, den Wiener Zentralfriedhof mit Frau Claudia Muchitsch von Alpinefoxes Privat guided Tours zu erleben und auf eine ganz besondere Art wahrzunehmen.
Schon beim Kennenlernen am pompösen Eingang des Zentralfriedhofs mit den beiden Steintürmen (Kaiser Franz Josef und Karl Lueger) entwickelt sich ein angeregtes Gespräch. „Meine Oma kann nicht glauben, dass ich heute einen „Friedhof“ besichtige“, meint eine Gewinnerin fröhlich. Da geben wir ihr recht. Eine Führung durch einen Friedhof klingt nicht so berauschend.
Der Zentralfriedhof - ein Paradies für Tiere.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Der Zentralfriedhof - ein Paradies für Tiere.

Der Zentralfriedhof - ein Paradies für Tiere.
Lässt man seinen Blick aber vom Eingang aus über das weitläufige und kunstvoll verbaute Gelände wandern, so bekommt man eine unbändige Lust auf Wanderschaft zu gehen, um diese Vielseitigkeit und Überraschungen, die der Wiener Zentralfriedhof zu bieten hat, zu erkunden. Frau Muchitsch erzählt uns von den Anfängen und der Entstehung des Friedhofs und wir sind jetzt schon gefesselt, wieviel Kulturgeschichte sich auf diesem weiten und großen Gelände verbirgt.
Wir folgen Claudia Muchitsch durch die langgezogene Allee hinein in das Innere des Zentralfriedhofs. Vorbei an kunstvollen Steinfiguren und Ornamenten, an liebevoll gestalteten Gräbern und schönen farbenprächtigen Blumenbeeten, halten wir bei einer sehr eindrucksvollen Grabstätte an.
Frau Muchitsch erzählt uns über den im Jahre 1881 stattgefundenen Ringtheaterbrand. Der Ringtheaterbrand in Wien war eine der größten Brandkatastrophen des 19. Jahrhunderts in Österreich-Ungarn. Die nicht zu identifizierenden Leichen wurden Tage später auf dieser von der Stadt Wien zur Verfügung gestellten Grabstätte auf dem Zentralfriedhof bestattet.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Prominente Toten - die Ehrengräber

Unser nächstes Ziel führt uns vorbei an den Arkadengrüften mit ihren kunstvoll verzierten Fassaden und Fresken zu den Ehrengräbern. Langsam spazieren wir vorbei an den vielen in Stein gemeißelten berühmten Namen aus Film, Kabarett, Kunst, Musik und Politik. Große Meister wie Mozart, Beethofen, Brahms, oder Schubert lassen am Vorübergehen Respekt in mir aufkommen.

Zentralfriedhof: Die prominenten Gräber (Teil 1)

Wenn man bedenkt, wie lange die musikalischen und literarischen Werke dieser Berühmtheiten schon überdauern… Ich werde zurückversetzt in meine Kindheit, als ich die Gräber von Curd Jürgens, Theo Lingen oder Hans Moser entdecke.
Eine steinerne Katze wacht über den Karikaturisten, Grafiker und Cartoonist Manfred Deix.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Eine steinerne Katze wacht über den Karikaturisten, Grafiker und Cartoonist Manfred Deix.

Eine steinerne Katze wacht über den Karikaturisten, Grafiker und Cartoonist Manfred Deix.
Ob Falco oder Udo Jürgens - hier haben Fans die Möglichkeit, ihrem Idol ganz nahe zu sein, was zeitlebens dieser Künstler oftmals für die meisten Bewunderer dieser Persönlichkeiten nicht möglich war. Wir sind begeistert über die Vielfältigkeit und Ausdruckskraft der verschiedene Gräber von den Berühmtheiten und nehmen uns etwas mehr Zeit, um diese Ruhstätten auf uns wirken zu lassen. Von exzentrisch, lustig, skurril, dramatisch bis hin zu ungewöhnlich oder sogar für unser Empfinden auch peinlich, hier findet man alles vereint. Die sinnbildliche Unsterblichkeit großer österreichischer Namen aus Kunst und Kultur. Und wir kommen nicht umhin, den großen Hit von Wolfgang Ambros miteinzubeziehen. „ Es lebe der Zentralfriedhof“ bekommt hier eine ganz besondere Bedeutung, da sind wir uns alle einig.

Zentralfriedhof: Die prominenten Gräber (Teil 2)

Wir verlassen die Ehrengräber und Ruhestätten der Berühmtheiten und steigen die Treppe zur Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus empor. Die römisch-katholische Kirche wurde 1908 im Jugendstil errichtet und überrascht in ihrem Inneren neben ihrer Einfachheit mit einer wunderbaren blauen Kuppel an der Decke. Auf die Frage von Frau Muchitsch, welche Stätte wir denn unbedingt noch sehen wollen, entscheiden wir uns geschlossen für den Jüdischen Friedhof.
Der jüdische Friedhof mit prachtvollen Grabstätten.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Der jüdische Friedhof mit prachtvollen Grabstätten.

Der jüdische Friedhof umfasst rund 260.000m².

Der Jüdische Friedhof

Wir sind irritiert über den ungewöhnlichen, teilweise völlig verwahrlosten Anblick dieses Friedhofes und lassen uns von Frau Muchitsch aufklären: Efeuumrankt sind die großen, hohen Gräber. Sie versorgen mit ihrem grünen Kleid im Winter die Tiere mit Futter. Die prachtvollen und imposanten Grabdenkmäler der assimilierten Wiener jüdischen Familien, die einst Ansehen, Bildung und Wohlstand des ausgehenden 19. Jahrhunderts dokumentierten, sind durch kräftige Wurzeln in einen Schiefstand gebracht worden. Im jüdischen Glauben ist „Bet Kevarot“, der „Ort der Gräber“ oder der „gute Ort“, neben der Synagoge die wichtigste Institution der jüdischen Gemeinde.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Die Gräber gehören, laut jüdischem Glauben, den schlafenden Dahingegangenen, deren Ruhe nicht gestört werden darf. Jüdische Friedhöfe dürfen daher nicht verlegt, bebaut oder anderweitig genützt werden. Sehr vielseitig sind das jüdische Brauchtum und der liturgische Vollzug um das Sterben, den Tod und das Begräbnis. Ich bin schwer beeindruckt, welch eigenes Flair dieser Friedhof ausstrahlt und lasse meinen Blick über die mit Efeu und Gras bewachsenen Gräber gleiten. Wir sind sehr still, als wir zwischen den „unzähligen“ teils nicht mehr lesbaren Grabsteinen durchwandern.
„In einem Grab darf nur ein Mensch bestattet werden, so schreibt es der jüdische Glaube vor“, ergänzt Frau Muschitsch ihre Erläuterungen, als wir gemeinsam einen größeren Weg erreichen.
Links und rechts des mit Bäumen gesäumten Weges reihen sich die prachtvollen Grabstätten der einst angesehenen jüdischen Familien und wir entdecken am Ende des Weges auch hier bekannte Namen. Zwischen Rechtsanwälte, Rabbiner, Soldaten, Frauen, Mütter, Kinder, sind Namen wie Arthur Schnitzler, Friedrich Torberg, Gerhard Bronner oder Viktor Frankl zu lesen.
An diesem sehr eindrucksvollen Ort am Zentralfriedhof beenden wir unseren mehrstündigen Rundgang und bedanken uns von Frau Claudia Muchitsch für diese fantastische Führung durch den Wiener Zentralfriedhof.

Die Führung in Bildern

Claudia Muchitsch zeigt uns auf dem Plan die riesige Fläche des Zentralfriedhofs.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Claudia Muchitsch zeigt uns auf dem Plan die riesige Fläche des Zentralfriedhofs.

Blick auf die römisch katholische Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Blick auf die römisch katholische Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus.

Wer möchte, kann den Zentralfriedhof auch von der Kutsche aus besichtigen.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Wer möchte, kann den Zentralfriedhof auch von der Kutsche aus besichtigen.

Die Arkadengrüfte.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Die Arkadengrüfte.

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ORF extra/ Heidi Simbürger

Hier ruht Carl Ritter von Gegha, österreichischer Ingenieur und der Erbauer der Semmeringbahn von Gloggnitz bis Mürzzuschlag - verstorben 1860.

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Hier ruht Carl Ritter von Gegha, österreichischer Ingenieur und der Erbauer der Semmeringbahn von Gloggnitz bis Mürzzuschlag - verstorben 1860.

ORF extra/ Heidi Simbürger

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Ehrengrab Karl Farkas, dem Altmeister im Kabarett und der Komödie.

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Ehrengrab Karl Farkas, dem Altmeister im Kabarett und der Komödie.

Eine steinerne Katze wacht über den Karikaturisten, Grafiker und Cartoonist Manfred Deix.

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Eine steinerne Katze wacht über den Karikaturisten, Grafiker und Cartoonist Manfred Deix.

Die blaue Kuppel in der Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Die blaue Kuppel in der Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus.

Die Friedhofskirche.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Die Friedhofskirche.

ORF extra/ Heidi Simbürger

ORF extra/ Heidi Simbürger

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ORF extra/ Heidi Simbürger

Der Zentralfriedhof - ein Paradies für Tiere.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Der Zentralfriedhof - ein Paradies für Tiere.

ORF extra/ Heidi Simbürger

ORF extra/ Heidi Simbürger

Auf dem Weg zum jüdischen Friedhof entdecken wir ein Rehkitz, dass es sich auf einem Grab gemütlich gemacht hat.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Auf dem Weg zum jüdischen Friedhof entdecken wir ein Rehkitz, dass es sich auf einem Grab gemütlich gemacht hat.

Der jüdische Friedhof.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Der jüdische Friedhof.

Der jüdische Friedhof mit prachtvollen Grabstätten.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Der jüdische Friedhof mit prachtvollen Grabstätten.

Der jüdische Friedhof mit prachtvollen Grabstätten.

ORF extra/ Heidi Simbürger

Der jüdische Friedhof mit prachtvollen Grabstätten.

(Bericht: Heidi Simbürger für ORF extra)