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Tiere
„Der Hundecoach“: Wenn der Hund mich ignoriert
„Guten Morgen Österreich“
Montag bis Freitag, 6.30 - 9.00 Uhr in ORF 2
zu sehen auch auf ORF ON live & on Demand
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Als Tiertrainer höre ich ganz oft von dem Problem, dass das Training nicht funktioniert, weil die Vierbeiner ihren Besitzer bzw. ihre Besitzerin ignorieren. Das kann viele Gründen haben. Ich führe das ganz gerne auf zwei verschiedene Faktoren zurück.
Kommunikation reduzieren
Das erste ist einmal, dass ganz viele Vierbeiner auf Durchzug stellen, weil wir im Allgemeinen viel zuviel mit unseren Hunden kommunizieren. Das bedeutet, wir versuchen oft in ganzen Sätzen mit unseren Hunden zu sprechen und sie so ein bisschen zu vermenschlichen. Hunde kommunizieren über Körpersprache – das erkläre ich immer wieder und das ist das Allerwichtigste, das man sich im Hinterkopf behalten muss. Unsere Sprache können die Hunde nur konditioniert verstehen. Das bedeutet, einzelne Worte mit verschiedenen Übungen zu unterlegen. Wenn ich im ganzen Satz mit dem Hund rede, dann denkt sich der irgendwann einmal, da kommen keine Informationen, die für ihn relevant sind, raus und dann stellen sie auf Durchzug.

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Ein Hund lässt sich nicht nur verbal, sondern auch mit Körpersprache locken

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Was auch ein wichtiger Faktor ist: Ganz oft wiederholen wir Kommandos oder auch den Namen des Hundes mehrmals hintereinander. Die Hunde können dann ganz schnell differenzieren, dass wir das so oft sagen, dass sie sich aussuchen können, ob sie aufs erste Kommando, aufs zweite, aufs dritte oder vielleicht sogar erst aufs zehnte Kommando reagieren. Die Lösung dafür ist ganz leicht: Wir versuchen, unsere verbale Kommunikation mit den Vierbeinern auf ein Minimum zu reduzieren und auch jedes Kommando, das ich dem Vierbeiner sage, nur einmal zu erklären. Das bedeutet: Ich sage nicht den Namen dreimal hintereinander, sondern nur einmal. Wenn er nicht reagiert, dann habe ich immer noch eine andere Ebene, zum Beispiel meine Körpersprache, wie ich ihn zu mir locken kann.
Auf individuelle Bedürfnisse achten
Der zweite Faktor, der ganz wichtig ist, ist dass ganz viele Hund andere Bedürfnisse haben, als wir uns das als Menschen vorstellen. Hunderassen sind für verschiedene Aufgaben gezüchtet, also zum Beispiel zum Jagen, zum Hüten, usw… Diese Bedürfnisse sollten immer wieder gestillt werden. Wenn ich einen Hund mit Jagdbedürfnissen habe, sollte ich mit dem auch jagdliches Training machen. Das heißt jetzt nicht, dass ich mit dem in den Wald gehe und ihn einfach Wild hinterherjagen lasse, sondern ich versuche zum Beispiel durch Dummy-Arbeit oder durch Reizangeltraining seine Bedürfnisse zu stillen.

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Damit werden wir ein cooles Team und mein Hund hat genau die Bedürfnisse gestillt - und das in Kombination mit mir als Menschen und wird dadurch auch viel mehr Kooperation mit mir suchen.
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verfügbar bis 11.4.2026
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