
Natur im Garten / Leopold Mayrhofer
Natur im Garten
Uschis Rezept: Essbare Sonnenkerze
„Natur im Garten“
Sonntag, 23. August 2026
17.30 Uhr in ORF 2, zu sehen auch live & on Demand auf ORF ON
Sonntag, 23. August 2026
17.30 Uhr in ORF 2, zu sehen auch live & on Demand auf ORF ON
Die Färberdistel
Diese Pflanze war ein uralter Mumien-Schmuck, ihr Geheimcode ist: „falscher Safran“ und geschätzt wird sie sowohl als Ölkraftwerk, als auch als Naturarzt und Farbenkünstler: Die Färberdistel. Ein leuchtender Korbblütler ganz ohne Dornen. Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen mit einer faszinierenden Geschichte. Von der Größe her ist eine Färberdistel nicht so imposant wie Karl´s heutige Lieblingspflanze - die Sonnenblume - aber die Blütenblätter und alles was man damit färben kann, haben mindestens so eine beeindruckende goldgelbe Strahlkraft.
Schon im alten Ägypten hat man die Pflanze zum Färben für Mumienbinden und für die Tuchfärberei benutzt. Die Blüten enthalten den Farbstoff Carthamin. Damit können - von dunklem Gelb bis Rot - auch Lebensmittel gefärbt werden. Das Rot bleibt zurück, wenn man das wasserlösliche Gelb auswäscht und dann sind die Blüten dem echten Safran ähnlich. Deswegen ist die Färberdistel auch unter dem Namen Saflor bekannt.
Ich habe damit schon Speiseeis, Chutneys, Gelees, Nudeln und Dips gefärbt. Dafür kann man dann auch gleich das Öl mit den gesunden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren verwenden. Am besten ist es für kalt gerührte Speisen wie Pesti und Dressings geeignet. Es hat einen feinen, nussigen Geschmack.
Zurück zu den Blüten: Ihre Heilkraft wird schon lange in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt. Als Tee getrunken können sie zum Beispiel bei Durchblutungsstörungen, Menstruationsbeschwerden und Kopfschmerzen helfen. Sie wirken außerdem - so wie auch das Färberdistelöl – entzündungshemmend und feuchtigkeitsspendend, weshalb die Färberdistel auch in der Hautpflege gern gesehen ist.

Foto: Uschi Zezelitsch
Rezept: Essbare Sonnenkerze
Zutaten und Material:
- Färberdisteln im Topf
- Getrocknete Blüten
- Blütenpulver
- Färberdistelöl
- Docht
- Pappbecher/Kaffeebecher
- Butter
- Salz
- Rosenpfeffer
- Zitronensaft
- Knoblauch
- Jungzwiebel
- Kräuter (Thymian, Rosmarin)
- Sonnenblumenblüten
- Sonnenblumenkerne
- Fertige Butterkerze
- Weißbrot
- Sommerfestdeko mit Sonnenblumen
Anleitung:
Ich kombiniere in meinem heutigen Rezept die farb- und heilkräftigen Eigenschaften der Pflanze und zaubere eine essbare Sonnenkerze für ein leuchtendes Spätsommerfest. Dazu brauche ich ein ¼ kg weiche Butter, in die ich zusätzlich noch einen Schuss Färberdistelöl gebe.
Jetzt rühre ich gepresste Knoblauchzehen, klein gehackte Jungzwiebel, Salz, Rosenpfeffer und etwas Zitronensaft darunter, dann ca 1 bis 2 EL pulverisierte Blütenblätter von der Färberdistel. Ich streue auch noch ganze Blütenblätter hinein… und jeder kann jetzt zusätzlich sämtliche essbaren Sommerblüten, Samen und Kerne dazu geben, wie er Lust und Laune hat.
Ich gebe noch Thymian und Rosmarin und für den Karl noch Sonnenblumenblütenblätter und Sonnenblumenkerne dazu. Dann lege ich einen Docht in die Mitte von einem Papierbecher und fülle den Becher mit der Butter. Nach ein paar Stunden im Gefrierfach ist sie fest und ich kann den Becher ablösen und den Docht anzünden. Rund um den Docht schmilzt die Sonnenbutter – und es gibt nichts Besseres, als sie dann mit einem Stück Brot zu löffeln und den Blütensommer auf der Zunge zergehen zu lassen.

Foto: Colourbox
Tipps & Tricks fürs grüne Paradies
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